Entdecke die MöglichkeitenDiesen Brief habe ich von der Mutter eines Jungen bekommen mit dem ich in meiner Praxis gearbeitet habe.

Ich möchte ihn hier einstellen, weil er treffend die Situation vieler Eltern schildert. Viele Familien sind durch diese Kinder so fokussiert, dass das gesamte Familienumfeld darunter leidet. Und trotzdem hören wir sehr oft von unbeteiligten Menschen: „Hochbegabt? – Was haben die den für Probleme? Das sind doch sowieso nur Kinder von reichen Leuten die sich was darauf einbilden!“ – Weit gefehlt! Ich habe in meiner Praxis schon so viele Kinder, auch mit Migrationshintergrund, getestet und mit ihnen gearbeitet. Was fehlt sind Pädagogen und Betreuer mit entsprechenden Weiterbildungen, wie auch diese Kinder gefördert werden können und auch häufig müssen. Auch die Eltern benötigen dringend Handwerkszeug um mit dieser Herausforderung umgehen zu können. Sie sind überlastet. Nur der kleinste Anteil der Hochbegabten kommt ohne Schwierigkeiten durch unser Schulsystem, auch für sie ist Inklusion, mit entsprechend ausgebildeten Personen, wichtig!

Als wir mit unserem Sohn, von dem wir bereits wussten, dass er hochbegabt ist, das erste Mal zu Ihnen kamen waren wir – auch als gesamte Familie mit 2 Söhnen – schon sehr verzweifelt. Die Situationen, in denen sich unser Sohn „wie unter einer Käseglocke“ fühlte, nahmen immer mehr zu. Er war dann so gefangen in sich, dass er nicht mehr ansprechbar war bzw. dass vorgeschlagene Lösungen/Wege aus der Situation „an ihm abprallten“, er nur noch verschlossen und bockig war und diverse „Aussetzer“ im Verhalten hatte. Das brachte im Alltag mehr und mehr Probleme und bald hatten wir das Gefühl, unser gesamtes Leben mit ihm sei „ein einziges Problem“. Das Schlimmste für uns Eltern war zu sehen, wie sehr er selbst „unter sich litt“, wie er sich selbst gar nicht (mehr) mochte und er nur noch unglücklich und verzweifelt war. Seine vorhandenen tollen Eigenschaften und Fähigkeiten waren „überlagert“ von Problemsituationen. Als Eltern waren wir „mit unserem Latein am Ende“.

Keine unserer „bisherigen Strategien“ (und das waren verdammt viele ) hat auch nur ansatzweise eine Verbesserung ergeben. Und auch die „Hilfe“, die wir eingeholt haben (2 psychologische Beratungsstellen) hat uns nur noch ratloser gemacht. Die Empfehlungen lauteten entweder „Nehmen Sie Ihr Kind doch einfach so, wie es ist und versuchen Sie es nicht zu verbiegen“ (was zu keinem Zeitpunkt unsere Absicht war) oder uns wurde gesagt, dann müsse er halt eine verhaltensorientierte Therapie beginnen. Instinktiv wussten wir, dass dies nicht der richtige Weg war, wir trauten unserem Instinkt nur leider fast schon nicht mehr. In einem einzigen Telefonat mit Ihnen haben Sie mehr von unserer Situation und unseren Gefühlen verstanden als alle anderen „Experten“ zuvor. Wir fühlten uns zum ersten Mal richtig verstanden. In den folgenden Terminen mit unserem Sohn haben Sie einen ganz „besonderen Draht“ zu ihm gefunden. Dass sich der Übergang von der Grundschule aufs Gymnasium letztlich so problemlos gestaltet hat und unser Sohn gelernt hat, seine Eigenheiten anzunehmen und sich – meistens – so zu mögen, wie er ist, das haben wir Ihrer Unterstützung zu verdanken! Wir sind Ihnen dankbar für die Entwicklung, die Sie unserem Sohn und uns ermöglicht haben. Es ist nicht nur absolut schön zu sehen, wie er Situationen, die ihn noch vor einiger Zeit „aus der Bahn geworfen“ hätten, mittlerweile meistert. Es ist auch für die komplette Familie ein absoluter Gewinn an Lebensqualität. Wir können wieder miteinander lachen, spielen und auch konstruktiv streiten.

                                           Ein ganz ganz dickes DANKE-SCHÖN dafür!